
Was ist Gebet?
Gebet ist ein Gespräch
„Gebet ist einfach ein Gespräch zwischen dir und Gott“, so hat es der weltweit bekannte Prediger Billy Graham (1918-2018) einmal gesagt. Es geht um die Beziehung zu unserem Vater im Himmel, der sich wünscht, dass seine Kinder zu ihm kommen. Gott wird uns in der Bibel als der barmherzige, liebende Vater vorgestellt, der jedes seiner Kinder kennt und auch weiß, was es braucht. Doch er drängt seine Hilfe niemandem auf. Deshalb ist es so wichtig, dass wir im Gebet zu ihm kommen. Hans Peter Royer (1962–2013) betont in seinem Buch „Nach dem Amen bete weiter“, dass das Gebet nicht einfach eine Formel oder ein abgeschlossenes Gespräch ist. Vielmehr geht es um die Gemeinschaft mit Gott mitten im Alltag, zwischen Terminen, Gedanken und Begegnungen. „Gebet ist der Atem des Gläubigen“, so sagte es auch der weltbekannte englische Theologe Charles Haddon Spurgeon (1834–1892). Ohne Gebet können wir nicht glauben, denn Glauben ist eine Vertrauensbeziehung zu Gott, dem Vater, zu seinem Sohn Jesus Christus und zum Heiligen Geist.
Wir können diesen Kontakt zu Gott zu jeder Zeit aufnehmen. Gottes Geist hilft uns dabei. Er gibt uns die Möglichkeit, mit dem Schöpfer des ganzen Universums zu sprechen. Dieses Privileg haben wir. Wenn wir an Jesus Christus glauben, ist uns der Zugang zu Gott, dem Vater, offen und wir dürfen in seiner Nähe sein.
Gebet macht uns ruhig
Viele Christen sind ständig im Gespräch mit Gott und kennen das aus ihrem Alltagsleben. Dennoch nehmen sie sich Zeiten der Stille, in denen sie zu Gott beten. Das kann bei einem Spaziergang sein oder an einem Ort, an dem sie von niemandem gestört werden. Eine solche Zeit der Stille, in der wir die Liebe Gottes spüren, lässt unsere Seele zur Ruhe kommen. Auch von Jesus wird uns in den Evangelien berichtet, dass er sich zum Beten in die Einsamkeit zurückzog.
Das Gebet der Gläubigen
Wenn wir uns im Gebet für Gott öffnen und uns damit beschäftigen, wer Gott ist und welche Ziele er mit uns und der Welt hat, hilft uns das, uns darauf zu fokussieren. Es gibt uns Orientierung. Gut ist es auch immer, wenn wir beim Beten die Bibel aufschlagen, damit nicht nur wir mit Gott reden, sondern er auch zu uns reden kann. In Gottes Wort finden wir Gottes Willen. Wer diesen Willen Gottes in seinen Gebeten berücksichtigt, dem schenkt Gott auch Gelingen. Das lesen wir im ersten Johannesbrief, wo es heißt: „Wenn wir etwas nach seinem Willen bitten, so hört er uns" (1. Johannes 5,14). Im „Vater unser" ist diese Bitte in dem Abschnitt enthalten, wo es heißt: „dein Wille geschehe". Es ist also gut, wenn wir Gottes Willen kennen. Denn Gott liebt uns und weiß besser als wir, was wir wirklich brauchen.
Jesus sagen, dass wir ihn brauchen
Was uns auch beschwert und belastet – Gott möchte uns helfen. Wer betet, bleibt mit seinem Leid nicht alleine. Ole Hallesby (1879–1961), der bekannte norwegische Autor, schreibt in seinem Buch „Vom Beten": „Beten bedeutet nichts weiter, als Jesus Zugang zu uns gewähren, sodass er an unsere Not herankommen kann. (...) Gott hat das Gebet so eingerichtet, dass auch der Kraftloseste beten kann. Denn es bedeutet ja nur sich für Jesus aufzuschließen. Dazu ist keine Kraft nötig. Das ist eine Sache des Willens. Ob wir Jesus zu unserer Not hineinlassen wollen, ist die einzige, aber grundlegende Frage des Gebets." Beten können wir also immer und es liegt dann bei Jesus, im richtigen Moment einzugreifen.
Sarah Burkhardt
