
Christenverfolgung in der Welt
Weltweit hat sich die Verfolgung gegenüber 2025 noch einmal verschärft. Weshalb wir einmal mehr von der größten Christenverfolgung aller Zeiten sprechen können. Inzwischen sind weltweit 388 Millionen Christen wegen ihres Glaubens intensiver Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. In vielen Ländern sogar in einem sehr hohen bis extremen Maß. Direkt davon betroffen sind 315 Millionen Christen, die in diesen Ländern leben. So ergeht es auch Christen in Syrien derzeit, die unter einer immer stärkeren Welle der Gewalt leiden. Viele der rund 300.000 noch lebenden Christen in Syrien haben das Land bereits verlassen, weil sich die Situation der Christen nach dem Sturz des Assad-Regimes stark verschlechtert hat. Es gibt Angriffe auf Kirchen und einen starken Anstieg der Gewalt durch islamische Gruppen, die auch immer mehr Christen töten. So wurden im Juni 2025 bei einem Selbstmordanschlag während eines Gottesdienstes in der griechisch-orthodoxen Mar-Elias-Kirche in Damaskus 22 Christen getötet, 63 verletzt und das historische Kirchengebäude schwer beschädigt. Schuld daran soll eine Zelle des islamistischen IS sein. Sie wird von der Regierung für den Anschlag verantwortlich gemacht.
Gewalt ist jedoch nur eine der Ursachen für die Lage der Christen in Syrien. In den christlichen Vierteln der Hauptstadt Damaskus sind Fahrzeuge mit Lautsprechern zu sehen, die die Bewohner immer wieder dazu aufrufen, zum Islam zu konvertieren. Das gesamte Bildungswesen wurde gemäß der islamischen Ideologie „reformiert“, was konkret bedeutet, dass die vorislamische Geschichte eliminiert wurde und historisch bedeutsame Frauennamen kurzerhand aus dem Lehrplan entfernt wurden. Stattdessen finden sich in diesen Büchern heute Koranauslegungen, die Juden und Christen als „die Verdammten und Verirrten“ beschreiben.
Viele der rund 300.000 Christen in Syrien ziehen sich aus Angst um ihr Leben immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück oder haben das Land bereits in den vergangenen Jahren verlassen.
Verfolgung von Christen hat neuen Höchststand erreicht
Es ist leider eine traurige Wahrheit, über die viele von uns in Europa inzwischen hinweggehen. Tatsächlich erleben wir weltweit die größte Christenverfolgung aller Zeiten, und es wird von Jahr zu Jahr schlechter. In dem vom christlichen Hilfswerk Open Doors veröffentlichten Weltverfolgungsindex 2026 finden wir 50 Länder aufgelistet, in denen die Verfolgung von Christen am stärksten ist. Einen besonderen Schwerpunkt grausamer Christenverfolgung sehen wir derzeit in den Gebieten von Subsahara-Afrika, wo Christen in gleich 14 Ländern von islamischen Terrorgruppen bedroht, verfolgt, vertrieben oder gleich ermordet werden. Am katastrophalsten ist die Situation im Sudan, wo derzeit rund 9,6 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Christen sind islamischen Extremisten oft komplett schutzlos ausgeliefert. Insbesondere junge Mädchen und Frauen.
Lesen Sie auch
Als Jesus vor rund 2000 Jahren auf dieser Erde war, wurde er von seinen Schülern …
Seit Ausbruch des Bürgerkriegs am 15. April 2023 müssen christliche Frauen und Mädchen im Sudan damit rechnen, verschleppt, vergewaltigt oder mit islamischen Männern zwangsverheiratet zu werden. In einem der Fälle entführten islamistische RSF-Kämpfer eine Gruppe von Frauen und Mädchen und vergewaltigten sie mehrere Tage lang in einem Hotel. Hinzu kommt, dass in diesen Jahren des Bürgerkriegs bereits Hunderte Kirchen angegriffen, besetzt oder beschädigt wurden, religiöse Versammlungen werden ohnehin immer wieder gestört und geistliche Leiter inhaftiert. Das alles schafft ein Klima der Angst im Sudan, in dem Christen sich oft gar nicht mehr trauen, davon zu sprechen, weil sie dadurch ins Visier der Terrorgruppen geraten.
Nigeria ist und bleibt das Land, in dem das nackte Leben von Christen am stärksten gefährdet ist. Von dort wurden im Jahr 2025 ganze 3.490 der weltweit 4.849 dokumentierten Todesopfer von Christen gemeldet. Diese Christen wurden von islamischen Terrorgruppen wie Boko Haram umgebracht, die dafür nicht einmal bestraft werden. Die Verfolgung von Christen in Nigeria äußert sich aber nicht nur in dieser Form der offenen Gewalt. Denn seit im Norden Nigerias zwölf Bundesstaaten die Scharia eingeführt haben, leben Christen in Nigeria als Bürger einer minderwertigen Klasse. Dabei sind Konvertiten, die vom Islam zum Christentum übertreten, besonders davon betroffen. Terrorgruppen wie „Boko Haram“ oder der westafrikaische Islamische Staat (ISWAP), der ein Ableger des sogenannten Islamischen Staates ist, greifen alle an, die an Jesus Christus glauben, berauben sie ihrer Häuser und Grundstücke oder vertreiben sie. Christen aus dem nigerianischen Mittelgürtel hingegen sind der grausamen Gewalt der islamistischen Milizen der Fulani ausgeliefert. Diese Gewalt hat in den letzten Jahren weiter zugenommen. Am schlimmsten ist die Verfolgung da, wo islamistische Gruppen völlig ungehindert agieren. Wer in diesen Gebieten der Beleidigung des Propheten Mohammed verdächtigt wird, muss sogar damit rechnen, dass aufgebrachte Muslime ihn umbringen. Diese Form der Lynchjustiz kümmert es wenig, ob der Betreffende sich dieses „Vergehens" schuldig gemacht hat oder ob er vielleicht nur verleumdet wurde.
Algerien ist das Land, in dem nach der Schließung aller protestantischen Kirchengemeinden die Christen überwacht und alle christlichen Aktivitäten unterbunden werden. Diese Schließungen haben dazu geführt, dass Christen inzwischen gezwungen sind, sehr isoliert zu leben. Seit die sogenannte „nicht muslimische Religionsausübung“ mittels Gesetz geregelt wurde, ist es strengstens verboten, „den Glauben eines Muslims zu erschüttern“ oder ihn zu „verführen, eine andere Religion anzunehmen“. Was das in der Praxis bedeutet, zeigen die Beispiele von Konvertiten mit muslimischem Hintergrund, die von ihren Familien bedrängt und schikaniert werden, sich an die islamischen Normen und Riten zu halten. Einem besonders hohen Druck sind dabei vor allem Christen aus den arabisch geprägten Landesteilen ausgesetzt. Da die große Mehrheit der Christen in Algerien Konvertiten aus dem Islam sind, werden sie sowohl vom Staat als auch von ihren Familien diskriminiert und unter Druck gesetzt. Inzwischen haben christliche Konvertiten keine andere Möglichkeit mehr, als sich verbotenerweise in Privathäusern zu treffen, was aber sehr gefährlich sein kann.
Algerische Frauen werden sowohl im Beruf als auch in der Ausbildung diskriminiert und belästigt, sind sexuellen Übergriffen ausgesetzt oder erhalten offene Morddrohungen, wenn sie sich z. B. unverschleiert in der Öffentlichkeit zeigen. Christliche Konvertitinnen muslimischer Herkunft sind auch durch ihre Familien oft schweren Misshandlungen ausgesetzt. Dabei kommt es zu Drohungen, Schlägen, Hausarrest und Zwangsheirat. Der Empfang christlicher Radio- oder TV-Sender wird von ihren Familien verboten. Angesichts dieses Drucks entscheiden sich viele Konvertitinnen dafür, ihren Glauben geheim zu halten und leben folglich als „heimliche Christinnen“. Doch auch das ist äußerst schwer, weil alleinstehende Frauen in diesen islamischen Ländern praktisch ständig streng überwacht werden. Dadurch wird ihnen auch der Besuch von Untergrundkirchen oft unmöglich gemacht.
So wird christliches Leben in die Isolation getrieben und islamische Terrorgruppen erhalten freie Hand, Christen einzeln zu misshandeln, zu demütigen oder zu vertreiben.
Aufgrund dieses Versagens staatlicher Autorität kommt es zu Kriminalität und dazu, dass terroristische Gruppen regelrecht Jagd auf Christen machen. In sechs der 14 Verfolgungsländer südlich der Sahara gelten islamische Unterdrückung, organisiertes Verbrechen und Korruption als Hauptursachen für die Verfolgung von Christen. In vier weiteren Ländern stehen islamische Unterdrückung sowie organisiertes Verbrechen und Korruption an erster bzw. dritter Stelle der Ursachen für Verfolgung. Aber unabhängig davon ob Kriminelle und Dschihadisten aus eigenen Motiven handeln oder sich gegenseitig unterstützen; sie haben eines gemeinsam – und das ist die Gewissheit, dass sie von Seiten der Regierungen so gut wie nichts zu befürchten haben, weil selbst Regierungen in der Regel das Ziel verfolgen, den Islam auf ihr gesamtes Staatsgebiet auszuweiten und religiöse Minderheiten zu vertreiben, insbesondere die Christen.
Weit entfernt von Nordafrika zeigt sich dieser Trend zur staatlichen Isolierung von Christen auch in China. Das Land steht im Weltverfolgungsindex 2026 auf Platz 17. In China steht zwar nicht die Gewalt gegen Christen im Vordergrund, stattdessen bedient sich China der subtilen Methode lückenloser Überwachung, um Christen zu quälen und zu isolieren. Was dieser kommunistische Staat in den vergangenen Jahren an Technik angeschafft und installiert hat, um seine Bürger zu überwachen, ist beispiellos. Dieses System der Überwachung wird inzwischen von vielen totalitären Staaten der Welt übernommen und eingesetzt. Wer darunter leidet, sind wiederum Christen, die dadurch immer mehr in die Isolation getrieben werden. Diese Tendenz der Isolierung der Christen zeigt sich in China wie auch in vielen anderen Ländern der Welt.
