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29.08.2025

Dankbarkeit bringt Segen

Ein dankbarer Mensch lebt freier, gesünder und fröhlicher. Ihm kann nichts so schnell etwas anhaben. Eine dankbare Grundeinstellung verträgt sich nicht mit trüben Gedanken, einer zerstörerischen Beziehung zu sich selbst oder zu anderen Menschen. Doch was macht ein Mensch, der nicht mehr an Gott glaubt und deshalb auch nicht weiß, an wen er seine Dankbarkeit richten könnte? Danken kann ich nur jemandem, dem ich dankbar bin. Wenn ich meine Dankbarkeit nur zum Himmel richte, ohne an den Gott der Bibel zu glauben, kann das zwar eine interessante Geste sein, im Grunde ist es jedoch albern, auch wenn es vielleicht viele gibt, die genau das machen.

Wer jedoch an Gott als den Schöpfer allen Lebens glaubt, weiß, wem er dafür dankbar sein kann. Die Bibel lehrt uns, dass Gott jeden von uns zu einem dankbaren Menchen machen möchte, der auch weiß, dass nur Er seinen Dank verdient. Das lesen wir an mehreren Stellen der Bibel. Dankbarkeit ist ein sehr wichtiges Thema für uns Menschen, das in der Bibel aus verschiedenen Perspektiven immer wieder beleuchtet wird. Die Frage ist, wie wir damit umgehen.

Altäre zum Dank und zur Erinnerung

Im jüdisch-christlichen Glauben wird erst nach der Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten von Dankbarkeit gesprochen. In der Zeit davor errichteten die Stammväter der Israeliten zwar auch Altäre, doch die galten in erste Linie der Erinnerung an wichtige Ereignisse ihrer Geschichte. Erst durch die wundersame Errettung der Israeliten beim Auszug aus Ägypten am Roten Meer rückt das Thema Dankbarkeit in den Mittelpunkt. Gott hatte das Volk der Israeliten durch das Meer gerettet. Daran sollte das Volk sich am „Pessach“-Fest fortan erinnern. Christen feiern dieses Fest als Osterfest oder als Fest der Auferstehung. In Israel wird hingegen bis auf den heutigen Tag das „Pessach“-Fest vom Volk der Juden gefeiert. Es ist eines der größten Feste der Israeliten und eines der Feste der Dankbarkeit und Freude, wie es auch das Osterfest für Christen ist. 
Während Völker rings um das Volk der Israeliten in der Geschichte oft nicht einmal ein Wort für „danken“, „loben“ und „preisen“ hatten, wurde der Dank im Volk der Juden geradezu institutionalisiert. „Dankopfer“ nahmen nämlich einen wichtigen Platz im Opferkult des israelischen Volkes ein. Es gab die Sünd- oder Schlachtopfer, bei denen von den Opfertieren nichts mehr übrig blieb, weil es für den Einzelnen zur Vergebung ihrer Schuld stand. Das Dankopfer hingegen hatte einen völlig anderen Charakter. Da ging es darum, dass das Fett des Opfertieres auf dem Altar verbrannt wurde, während man mit dem Fleisch ein fröhliches Fest feierte. Deshalb sind Feste, in denen es um die Dankbarkeit geht, auch immer sehr fröhliche Feste. Das ist so in Israel und letztlich auch in der christlich geprägten Tradition.

Verse der Dankbarkeit

Auch in den Psalmen eines König David lesen wir sehr oft etwas über die Dankbarkeit, die er als König Gott gegenüber zum Ausdruck bringt. David dankt Gott beispielsweise für seine Güte und Barmherzigkeit (vgl. dazu Psalm 106, 107, 118 und 136). Hier heißt es z. B.: „Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewig.“ David dankt Gott aber auch für Bewahrung (vgl. Psalm 116) oder für seine Gerechtigkeit (vgl. Psalm 7,18 wie auch Psalm 119,62). In der Bibel finden wir noch viele weitere Gebete von Menschen, die eine große Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Im Psalm 147 lesen wir z. B.: „Stimmt dem Herrn ein Danklied an, und lobt unseren Gott mit Harfen!“.

Dem Volk Israel war es – trotz seiner wechselvollen Geschichte – immer wichtig, Gott zu danken, ihn zu loben und zu preisen. Er ist Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, der alles Leben erschaffen hat und es auch erhält, der uns errettet und befreit. Bis heute ist dieser Gott in seiner großen Geduld und Barmherzigkeit bereit, jedem von uns zu vergeben, der zu ihm kommt. Ist das nicht Grund genug, dankbar zu sein?

In der Dankbarkeit liegt Segen

Was bei den Psalmen des König David auffällt ist; er lobt Gott mitten unter den Heiden (vgl. dazu Psalm 18,50). Das ist ein besonderes Merkmal des auserwählten Volkes Gottes – und genau das sollten auch wir Christen tun – unseren Gott inmitten einer immer gottloser werdenden Welt loben und ihn preisen. Gott wird uns dafür segnen, so wie er auch das Volk der Juden schon seit Jahrtausenden segnet und bis heute erhalten hat. Israel konnte im Laufe seiner Geschichte auch immer wieder sehen, welcher Segen in der Dankbarkeit gegenüber seinem Gott liegt. Es musste aber auch lernen, wie verloren es in den Zeiten war, in denen es anfing, sich fremden Götzen zuzuwenden und sich bei ihnen zu bedanken. 

Wann immer Israel seinem Gott dankte, bekräftigte es damit auch seine Treue zu ihm, der es nie im Stich gelassen hat. Wenn es sich hingegen anfing, sich Götzen zuzuwenden, folgte bald darauf ihr Niedergang. Deshalb sind diese Berichte der Bibel so unglaublich wichtig. Niemand von uns muss heute noch durchmachen, was das Volk der Juden durchmachen musste. Es reicht, dass wir aus den Berichten der Bibel lernen und uns nicht an Götzen wenden, wie die Völker der Erde es taten und manchmal leider auch das Volk der Israeliten. Am Beispiel des Verhaltens  des Volkes Israel sollten die Völker der Welt das Wesen des wahren Gottes erkennen. Das wusste das Volk der Israeliten. Inzwischen haben aber auch Christen diese Aufgabe. Deshalb gilt dieses Gebot auch ihnen. Das sollten wir nicht vergessen. 

Der Grund für alle Dankbarkeit

Von Jesus wird uns im Neuen Testament berichtet, dass er vor einem großen Wunder (vgl. Matthäus 14,19 und Johannes 11,41) wie auch bei dem letzten Mahl mit seinen Jüngern (vgl.Lukas 22,17-19) Gott, dem Vater im Himmel, dankte. Darin kommt in erster Linie seine persönliche Beziehung zu Gott, dem Vater, zum Ausdruck. Es war aber auch gleichzeitig ein Beispiel, dem wir nacheifern sollten. Denn schaut man die verschiedenen Berichte des Neuen Testamentes an, ist Dankbarkeit eines der wichtigsten Merkmale jeder Gemeinschaft von Christen.

Christen sind dankbar für das Geschenk der Vergebung und der Erlösung durch Jesus. Sie sind Gott aber auch dankbar für seine unvorstellbare Liebe zu uns Menschen, die jeder erleben und erfahren kann, der sich im Vertrauen zu Gott wendet und ihn um Hilfe bittet. Jeder von uns, der zu Jesus Christus gehört, ihm glaubt, vertraut und nach seinen Geboten lebt, kann diese Liebe Gottes erfahren – und das bis über seinen Tod hinaus. Deshalb sollten wir auch alle von ganzem Herzen dafür dankbar sein und unseren Gott dafür loben.

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Dankbarkeit leben

Kommen wir auf die Frage zurück, wie wir dankbar werden können, wenn wir es nicht von Kind auf gelernt und eingeübt haben? Wenn ich nicht an Gott glaube und auch gar nicht weiß, wem ich dankbar sein muss, geht das im Grunde gar nicht. Wir können uns bei Menschen bedanken, aber nicht bei Gott, der uns die wirklich großen und wichtigen Dinge im Leben schenkt. Ihm unsere Dankbarkeit zu bringen und dafür seinen Segen zu erhalten, geht eigentlich nur, wenn wir an den Gott der Bibel glauben und ihm vertrauen.

Die Bibel spricht in diesem Zusammenhang davon, dass ein ganzes Menschenleben nicht ausreichen würde, Gott für seine Güte zu danken. Er ist es, der uns unser Leben geschenkt hat und es tagtäglich erhält. Wir könnten von uns aus keine Sekunde lang ohne dieses Geschenk Gottes leben. Deshalb sollten wir Gott auch dafür danken. Generell sollte Dankbarkeit wie die Herzenshaltung unserer Seele sein. Jeder, der das von seinem eigenen Leben kennt, weiß vielleicht auch, wie unglaublich gut uns das tut und vor allem auch, wie befreiend es ist. Wir müssen nicht dauernd nur wachsam sein gegenüber den „Kräften der Zerstörung“, wir können auch einfach Gott dankbar sein, der uns davor beschützt – und das nicht nur einmal, sondern tatsächlich Tag für Tag und Stunde für Stunde. Wie heißt es in der Bibel: „Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht“ (Psalm 121,4).

Die Wurzel aller Undankbarkeit

Die Wurzel aller Undankbarkeit ist die Illusion über unsere eigene Größe. Wir sind wie Gelähmte, die jede Minute auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen sind, um zu überleben. Ohne Gottes Gnade würden wir nicht einmal leben. Doch solang ein Mensch sich weigert, sich zu sehen, wie er wirklich ist, wird er nie eine echte Dankbarkeit dem wahren Gott gegenüber verspüren und ihn auch nicht ehren.

Deshalb kam Jesus in diese Welt, um uns von diesem Hochmut und dieser Verblendung zu erlösen. Wir wissen, was ihn das gekostet hat. Das ist auch der Grund dafür, dass wir ihm nie genug danken können. Denn durch Jesus haben wir alle erst die Möglichkeit erhalten, zu erkennen, wer wir wirklich sind. Gefangen in einem Netz der Selbstsucht, aus dem es kein Entrinnen gibt, bis zu unserem Tod. Es sei denn, Gott befreit uns aus diesem Netz durch Jesus und schenkt uns die Erkenntnis über unseren wahren Zustand. 

Wie sagte doch Jesus so treffend: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8,32). Diese Aussagen Jesu sind für unser Leben von allergrößter Bedeutung. Doch wir müssen sie hören und verstehen, indem wir ihm glauben und vertrauen. Jesus sagt auch: „Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder“ (Markus 2,17). Auch das heißt letztlich nichts anderes als: Wir müssen zugeben, dass es nicht gut um uns steht. Das ist für einen überheblichen Menschen natürlich sehr schwer. Aber für jeden, der sich nicht mehr länger der Illusion hingeben will, niemanden zu brauchen und stattdessen Gott sucht, sind es Worte des Trostes, die er ergreifen kann.

 

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