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28.08.2026

Eine Familie managen

Wer Kindern alles erlaubt, darf sich nicht wundern, wenn sie später nicht verstehen, warum sie dann nicht auch alles haben können. Wenn Eltern keine oder nur sehr wenig Grenzen setzen, können Kinder auch nicht daran wachsen. Viele Eltern haben vielleicht Angst, nicht liebevoll genug zu ihren Kindern zu sein, wenn sie Regeln aufstellen und Grenzen setzen. Doch das ist falsch. Denn genau das brauchen Kinder. Wer sein Kind liebt, setzt Grenzen.

Die Bibel spricht davon, dass Gott uns Menschen bedingungslos liebt, deshalb hat er uns Regeln und Gebote gegeben, die uns helfen, unser Leben zu meistern. Regeln sind die Grundlage unseres menschlichen Zusammenlebens, das gilt für die Familie wie auch für die Gesellschaft im Allgemeinen. Genauso braucht auch jedes Kind Regeln, damit es später einmal in seinem Leben zurechtkommt. Die Liebe der Eltern ist sehr wichtig, weil sie Vertrauen schafft, das für jede Form von Erziehung grundlegend ist. Doch genauso wichtig sind Grenzen. Beides gehört zusammen. Wichtig ist aber auch, dass Kindern erklärt wird, warum es diese Regeln und Grenzen braucht und welche Erwartung man als Eltern an sie hat. Denn genau das erzieht Kinder zur Verantwortung. Kinder, die das Glück haben, liebevolle, aber auch starke Eltern zu haben, die ihre Kinder führen, profitieren davon. 

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Warum ist Grenzen setzen so wichtig?

Wenn Kindern keine oder nur sehr wenig Grenzen gesetzt werden, sind sie sich selbst überlassen. Noch problematischer wird es, wenn Eltern bei der Durchsetzung ihrer Regeln schwach und inkonsequent sind oder, was leider auch oft der Fall ist, bei der Einhaltung von Grenzen selbst versagen. Wer z. B. seinem Kind zu einem vernünftigen Umgang mit seinem Handy verhelfen will, sich aber selbst nicht daran hält, dem wird es auch beim Kind nicht gelingen. Denn wo immer Regeln aufgestellt und Grenzen gesetzt werden, müssen sie auch eingehalten werden. 

Beispiele aus der Gesellschaft

Erfolgreiche Führungskräfte bringen ihre Erwartungen in der Regel klar zum Ausdruck, sind konsequent und diszipliniert. Viele von ihnen leben selbst vor, was sie von anderen erwarten. Dieses „Erfolgsrezept" ist im Grunde auch im Bereich der Erziehung anwendbar. Denn auch in der Erziehung hängt vieles von einem guten Vorbild ab. Genauso ist Liebe zu unseren Kindern eine Grundvoraussetzung, wenn Eltern ihren Kindern ein gutes Vorbild sein möchten. Wie soll ein Kind sich an jemandem ein Beispiel nehmen, der selbst schwach, unentschlossen und voller Zweifel ist? Wer seinen Kindern hingegen Regeln und Grenzen vermittelt und sich selbst daran hält, kann seine Kinder auch darin erziehen und ihnen eine Hilfe sein im Umgang mit den Herausforderungen des Lebens. Wo das nicht geschieht, kann es passieren, dass Kinder die Führung übernehmen. Das geht meist schneller als man denkt. 

Mit Empathie führen

Dr. Jim Burns, ein bekannter US-amerikanischer Erziehungsberater und Autor von Büchern, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden, erzählt von seiner Tochter, die schon als Teenager sehr lebhaft und wortgewandt war. „Manchmal", so schreibt Dr. Burns, „wollte sie nur mit uns streiten, um zu diskutieren. Das war anstrengend. Wir mussten lernen, zu führen und unserer Tochter zu sagen, was zu tun ist. Das war gar nicht so einfach. Denn wir mussten uns das im wahrsten Sinne des Wortes erst 'erarbeiten'. Es ging darum, Position zu halten, um unserer Tochter klar zu machen, wer hier die Zügel in der Hand hält." Eltern, die diesen Lernprozess nicht auf sich nehmen, werden erleben, wie ihre Kinder beginnen, die Zügel in die Hand zu nehmen. Das ist für niemanden gut und führt zu Chaos in der Familie, vor allem wenn Kinder dann noch in Konkurrenz zueinander geraten, was ohnehin meist der Fall ist.

In seinen Publikationen schreibt Dr. Burns u.a.: „Wenn ihre Kinder falsche Entscheidungen treffen und daraufhin die Konsequenzen zu spüren bekommen, machen Sie nicht den Fehler, sie damit allein zu lassen, sondern zeigen Sie Mitgefühl, auch wenn Sie vielleicht eindringlich vor diesen Konsequenzen gewarnt haben. Sie können ihnen die Folgen für ihre falsche Entscheidung nicht abnehmen, aber Sie können Ihre Kinder trösten und ihnen helfen, damit umzugehen. Doch bleiben Sie stark und konsequent, auch wenn Sie sehen, wie schwer es ihr Kind hat."

Dr. Jim Burns ist übrigens der Gründer von „HomeWord". Sein  Podcast „HomeWord with Jim Burns“ erreicht Millionen Menschen und ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen u. a: „Doing Life With Your Adult Children“ („Das Leben mit erwachsenen Kindern gestalten“),  „Teaching Your Children Healthy Sexuality“ („Wie wir unseren Kindern einen gesunden Umgang mit Sexualität vermitteln“),  „Confident Parenting“ („Sicher und selbstbewusst erziehen“)  und  „Creating an Intimate Marriage“ („Vertrautheit und Nähe in der Ehe schaffen“). 

Die richtigen Weichen stellen

Je eher Kinder begreifen, dass jammern und heulen sie nicht weiterbringt, desto besser werden sie später in ihrem Leben klarkommen. Denn es wird immer Situationen im Leben geben, denen man sich stellen muss, auch wenn es keinen Spaß macht und ungerecht ist. Wenn Kinder sich daran gewöhnen, dass Seufzen, Zetern, Schmollen, Schreien und Weinen sie zu ihrem Ziel bringen, werden Eltern früher oder später die Konsequenzen dafür tragen müssen. Kindern nachzugeben mag zwar im ersten Moment der leichtere Weg erscheinen, langfristig stellen Sie dadurch aber die Weichen für einen schweren Weg – und das nicht nur für sich, sondern auch für Ihre Kinder.

Weiterführende Infos 

Die von Dr. Jim Burns im Jahr 1985 gegründete Initiative „HomeWord" (www.homeword.com) hilft seit 40 Jahren Eltern überall auf der Welt. Als Gründer und Präsident widmet Dr. Jim Burns sein Leben der Unterstützung von Familien. Sein Ziel ist es, Kinder zu stärken und gesunde Führungskräfte hervorzubringen. HomeWord ist ein gemeinnütziges Werk mit Sitz in Californien, USA, das darauf ausgerichtet ist, aktuelle Herausforderungen im Familienleben zu bewältigen. Damit ist es für viele Familien eine wichige und vor allem verlässliche Anlaufstelle weltweit.

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