
Worum es geht
1976 veröffentlichte der bekannte amerikanische Kulturphilosoph Francis Schaeffer ein Buch mit dem Titel „Wie können wir denn leben? Aufstieg und Niedergang der westlichen Kultur”, erhältlich in der ERF Buchhandlung BUCHGALERIE. Darin zeichnet er die Geschichte der westlichen Kultur nach, vom Römischen Reich bis in die Moderne. Dabei stellt er sich die Frage nach der Rolle des christlichen Glaubens und welchen Einfluss er auf unsere Gesellschaft hatte. Schon damals zeichnete sich ab, dass die Errungenschaften, die das Christentum uns gebracht hat, immer stärker unter Druck geraten werden. Francis Schaeffer starb am 15. Mai 1984 in Rochester, Minnesota in den USA. Wir können uns fragen, zu welchem Urteil der Autor kommen würde, würde er sein Buch heute schreiben.
Amerika hat sich verändert
In den USA allerdings hat sich inzwischen sehr viel verändert. Die sogenannte MAGA-Bewegung wird zu Recht sehr kontrovers diskutiert und von vielen auch abgelehnt. Dennoch gilt es inzwischen als unbestreitbar, dass sie in den letzten Jahren sehr viel bewirkt und auch stark an Dynamik zugenommen hat. Das wissen wir spätestens seit dem gewaltsamen Tod von Charlie Kirk, dem Gründer der „Turning Point USA“-Bewegung. Ihm ging es vor allem darum, durch offene Debatten ein Umdenken an den amerikanischen College-Campussen unter der amerikanischen Jugend anzustoßen. Das gelang ihm tatsächlich. Sein Erfolg war geradezu überwältigend. Durch die Wahl am 5. November 2024 wissen wir, welch großen Einfluss Charlie Kirk auf die studierende Jugend in den USA hatte. Viele Jugendliche, die früher die Demokratische Partei wählten, waren nun zu den Republikanern übergewechselt. Das war vor einigen Jahren noch undenkbar. Man mag zu den Aussagen und Ansichten eines Charlie Kirk stehen wie man will, eines ist sicher: Dieser Mann hatte eine Meinung, die er mit großem Mut vertrat. Seine Bewegung schaffte es immerhin innerhalb weniger Jahre, ein Umdenken in weiten Kreisen der amerikanischen Jugend anzustoßen.
Seit seiner Ermordung am 10. September 2025 auf dem Campus der Utah Valley Universität in Orem während einer seiner vielen Diskussionen mit Studierenden interessieren sich Abertausende junge Menschen für den christlichen Glauben, gehen in Kirchen und besuchen christliche Gottesdienste. Viele von ihnen haben angefangen zu beten und bekennen sich sogar selbst zum Glauben an Jesus Christus. Das alles hat dazu geführt, dass in der amerikanischen Gesellschaft etwas in Bewegung geraten ist, das inzwischen auch weltweit spürbare Auswirkungen hat.
Ausgelöst durch den Glauben an Jesus
Ausgelöst wurde diese Bewegung, wie viele andere in der Geschichte der westlichen Welt, von der Kraft des christlichen Glaubens. Das zeigt einmal mehr, was für ein Potential und welch eine Dynamik darin steckt, wenn Christen anfangen, ihren Glauben ernst zu nehmen und sich nicht mehr nur dahinter verstecken. Ein öffentliches Bekenntnis vieler Politiker zum christlichen Glauben, wie wir es in den USA vorfinden, wäre in den Ländern Europas noch immer undenkbar.
Aus den Vereinigten Staaten allerdings ist zu hören, dass Kirchen Rekordzahlen von Menschen melden, die sich taufen lassen. Diese Entwicklung scheint inzwischen sogar in Großbritannien angekommen zu sein. Wer weiß, wie lange es dauert, bis sie auch in unseren Ländern Fuß zu fassen beginnt.
Connie Shaw, eine 21-jährige Atheistin schrieb erst im September 2025: „Ich war zufällig in Jerusalem, als Charlie Kirk ermordet wurde. Ich habe zum ersten Mal richtig gebetet, ich habe an der Klagemauer gebetet. Und seitdem kann ich verstehen, warum Menschen sich in schwierigen Zeiten Gott zuwenden. Ich habe es vorher nie verstanden. Aber jetzt tue ich es.“
So bekennen Menschen, die den Glauben an Jesus Christus entdecken und plötzlich wieder daran interessiert sind, in die Kirche zu gehen, sich zu ihrer veränderten Haltung. Das geschieht, weil sie sehen, welche Kraft sich zu entfalten beginnt, wenn Menschen sich zu ihrem christlichen Glauben bekennen. Wie Turning Point USA, deren Mitglieder sich leidenschaftlich, mutig und unerschrocken vor einer atheistischen Studentenschaft zu Jesus Christus bekennen und dadurch eine ganze Revolution auslösen. So oder ähnlich hat es in der Geschichte des Christentums zu allen Zeiten angefangen und so ist es bis heute.
Europa versinkt in seiner selbst verschuldeten Bedeutungslosigkeit
Während sich weltweit im Jahr 2025 so vieles verändert hat, ringen die Länder Europas mit Problemen, von denen viele selbst verschuldet sind. Viele dieser Probleme sind inzwischen so groß geworden, dass es schier unmöglich erscheint, dass es Ländern wie Deutschland oder Frankreich noch einmal gelingen wird, sich daraus zu befreien. Denken wir nur an die demografische Entwicklung in diesen Ländern. Das geht sich inzwischen schon rein rechnerisch gar nicht mehr aus. Als Francis Schaeffer sich in seinem Buch „Wie können wir denn leben?“ diese Fragen stellte, sah alles noch gar nicht so bedrohlich aus. Dennoch wusste man, wohin Entwicklungen wie die Legalisierung der Abtreibung führen werden. Im Leben geht es eben nicht allein darum, was wir für richtig halten, sondern darum, was sich im Leben der Menschen bewährt.
Schade nur, dass viele Christen sich kaum noch in die Öffentlichkeit wagen und sich zu ihrem Glauben bekennen. Wir sollten nach den Geboten der Bibel leben und auch dazu stehen, um anderen Menschen eine Orientierung im Nebel unserer Zeit zu sein. Stattdessen biedern sich viele dem Zeitgeist an und sprechen von Spiritualität, die es zu praktizieren gälte, worunter sich kaum einer etwas vorstellen kann. Doch unser Auftrag ist es, Licht und Salz für diese Welt zu sein, wie Jesus es von uns erwartet. Haben wir diesen Auftrag bereits aufgegeben? Wenn es so ist, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass auch christliche Kirchen oft nicht mehr wissen, was ihr Auftrag ist. Denn auch sie haben vielfach bereits aufgegeben, ihren Dienst an der Bibel auszurichten und den Menschen das Heil der Erlösung in Jesus Christus zu verkündigen. Stattdessen richten sie Appelle an ihre Gemeinschaft, die sich von politischen Botschaften oft kaum noch unterscheiden. Menschen, die an Jesus Christus glauben, müssen wissen, was ihr Auftrag ist. Sie müssen zu ihrem Glauben stehen, die Stille vor Gott im Gebet suchen und aus Gottes Kraft und nach seinem Willen leben.
Wir wissen, was zu tun ist
Die Bibel spricht an vielen Stellen davon, wie wichtig es ist, in den Strömungen der Zeit an den Grundlagen des Glaubens festzuhalten. Im Sendschreiben an die Gemeinde in Philadelphia lässt der erhöhte Jesus sagen: „Ihr habt mein Wort beherzigt, mit dem ich euch zum Durchhalten aufrief. Darum werde ich euch in der Zeit der Versuchung bewahren, die demnächst über die ganze Erde kommen und alle Menschen auf die Probe stellen wird. Ich komme bald! Haltet fest, was ihr habt, sonst bekommen andere den Siegeskranz!” (Offenbarung 3,10 f.).
Festhalten bedeutet, sein Leben an den Grundaussagen der Bibel auszurichten, die allein die Grundlage unseres Glaubens sein können. Wir wissen z. B., dass die Familien der Täufer im 16. Jahrhundert begannen, ihre Kinder selbst zu unterrichten. Dadurch entstanden durch Fleiß und Leistungsbereitschaft innerhalb kürzester Zeit christliche Kindergärten und private christliche Schulen, wenig später entstanden in diesen christlichen Gemeinschaften die ersten Manufakturen Europas. Hätten die Herrschenden diese Menschen nur arbeiten lassen anstatt sie zu verfolgen, wer weiß, was daraus geworden wäre. Hutterer-Familien gelten in den USA bis heute als äußerst fleißig, erfolgreich und tüchtig. Die Grundlage für diesen Erfolg und diese lebensbejahende Einstellung des Menschen ist das christliche Menschenbild, wie es uns in der Bibel beschrieben wird. Wer also das Wort der Bibel ernst nimmt, wird sofort merken, welch klare Botschaften dort zu finden sind. Wer darauf baut, „der baut nicht auf Sand“, wie Jesus es einmal zum Ausdruck brachte, sondern auf den Felsen, der die Jahrhunderte überdauert. Wenn das nicht eine Perspektive ist, die auch für unsere heutige Zeit von großer Bedeutung ist, was dann?
Gemeinschaft ist wichtig
Ein gesundes Christsein ohne Gemeinschaft von Christen gibt es nicht. Wenn jemand glaubt, dass es reicht, sein Leben als Christ für sich allein einzurichten, entspricht das zwar dem Trend unserer Zeit, aber es ist auf Dauer gesehen kein Leben, das sich bewähren wird. Christliches Leben braucht die Gemeinschaft mit anderen Christen, die sich nach den Geboten der Bibel ausrichten und nach Gottes Willen leben. Dazu ermahnt uns die Bibel immer wieder. Gott hat uns verschiedene Gaben geschenkt, die nirgends besser als in der Gemeinschaft zum Tragen kommen. Die Bibel verwendet hier das Bild eines menschlichen Körpers, wo ein Glied dem anderen dient und jedes auf seine Art wichtig und wertvoll ist. Wir sind voneinander abhängig und dazu berufen, einander zu helfen. Das ist christliches Leben, das jedoch nur in der Gemeinschaft möglich ist. Wer das noch nicht kennt, der kann sich bei uns als ERF Süd melden. Wir helfen Ihnen und bringen Sie mit anderen Christen in Verbindung. Gottes Gnade ist für uns alle da und hat für jeden von uns den Weg und die Hilfe, die er braucht.
Wer sich und seinen Kindern ein gutes Rüstzeug für das Leben mitgeben will, ist in unseren Tagen geradezu gezwungen, über alternative Formen des Lebens, abseits vom Mainstream nachzudenken. Das gilt sowohl für unser eigenes Leben wie auch für die Erziehung unserer Kinder. Es gilt in den Bereichen der Schule, des Essens, des Umgangs innerhalb unserer Familien und für vieles andere mehr. Wahrer Fortschritt liegt heute nicht selten in der Alternative zum Fortschritt. Doch damit wir nicht in die Irre gehen oder irgendwelchen Phantasten oder Betrügern nachlaufen, brauchen wir die Leitlinien der Bibel, mit denen Menschen bereits seit Jahrtausenden ihren Weg im Leben gefunden haben, der sie ans Ziel gebracht hat.
Allerdings geht es auch beim Lesen der Bibel darum, dass wir uns nicht auf Gefühle oder irgendwelche Auslegungen verlassen, die sich im praktischen Alltag nicht bewähren. Deshalb müssen wir auch daran arbeiten, um den tieferen Sinn dieser Worte der Bibel zu erfassen. Vieles kann jeder verstehen. Anderes hingegen bedarf einer gründlichen Auslegung und Abwägung. Hier kann uns letztlich nur die gesunde Gemeinschaft von Christen helfen, den Weg zu einem tragfähigen Verständnis der Bibel zu finden.
