23.11.2023

Angst überwinden – Krisen als Chance nutzen (Teil 5)

Krisen verstehen - Was Krisen mit uns machen

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Weder in unseren Familien, noch bei jedem einzelnen von uns. Wer noch nie durch eine schwierige Lebenssituation gehen musste oder mit Problemen zu kämpfen hatte, hat nicht gelebt. Jeder von uns wird in seinem Leben früher oder später in eine Krise geraten - die Frage ist nur, wie wir dann damit umgehen. Vieles hängt davon ab, aus welcher Kindheitsprägung wir schöpfen, woher wir kommen und welches Verhalten uns in Situationen der Krise uns von unseren Eltern vorgelebt wurde oder wir uns selbst angeeignet haben.

Diese und viele weitere Fragen stellt Wolfgang Klippert in der aktuellen Ausgabe der Sendereihe „Thema des Monats“ im ERF Süd. Je besser wir einschätzen können, wie wir uns in Situationen einer Krise verhalten, desto besser können wir damit umgehen, ohne von Emotionen und falschen Reaktionen überrollt zu werden. Denn Krisen zwingen uns sehr oft, Veränderungen in unserem Leben zuzulassen oder die Kontrolle über uns selbst abzugeben. Dazu reicht bereits eine etwas ernsthaftere Erkrankung. Wenn wir uns auch heftig dagegen wehren oder uns weigern, so kann es dennoch sein, dass wir uns in die Hand eines Arztes begeben müssen.

Wir alle wünschen uns vielleicht, alles unter Kontrolle zu haben und genau zu wissen, was uns erwartet. Aber genau das kommt uns in Zeiten von Lebenskrisen abhanden; wir werden gezwungen zu akzeptieren, dass wir eben nicht alles unter Kontrolle haben, sondern letztlich auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Wer sich mit der Bibel beschäftigt, begegnet dieser Erkenntnis immer wieder. Darauf weist auch Wolfgang Klippert in seinem Vortrag hin, der die Bibel als das „Krisenbuch par excellence“ bezeichnet. Es gibt in der Bibel zahlreiche Beispiele von Menschen, die in Angst und Panik geraten, weil etwas in ihrem Leben aus den Fugen geraten ist und sie die Kontrolle über ihr Leben verloren haben. Viele von uns kennen die Beispiele. Angefangen vom großen Propheten Elia oder König David bis hin zu den Jüngern Jesu. Alle durchlebten sie Krisen. Bei dem Propheten Elia war es sogar so, dass er in eine so große Lebenskrise geriet, dass er in die Wüste flüchten musste und Gott nur noch darum bat, sterben zu dürfen. Aber anstatt ihm seinen Wunsch zu erfüllten, erteilte Gott ihm einen ganz neuen Auftrag – und genau das kann er auch mit uns vorhaben, wenn wir in Krisen geraten.

Wer sich mit der Bibel beschäftigt, wird immer wieder feststellen, dass Gott mit uns Menschen, wenn wir in Krisen geraten, sehr liebevoll und fürsorglich umgeht. Gott lässt den krisengeplagten Menschen nicht links liegen, auch wenn wir das vielleicht manchmal glauben. In Wahrheit schenkt Gott uns Ruhe und neue Kraft, um weiterzugehen und durchzuhalten, bis alles sich wieder ändert. Selbst wenn ein Mensch Gott nur noch anklagt und ihm Sorgen bereitet, kann es sein, dass Gott ihn dennoch durch diese Krise hindurchträgt und ihm vielleicht neue, besondere Aufgaben anvertraut. So ist Gott. Er gibt uns nicht, was wir verdienen, sondern gibt uns immer wieder eine Chance. Er gibt uns nicht auf.

Aber Gott freut sich auch, wenn wir uns ihm in Zeiten unserer Lebenskrisen anvertrauen, zu ihm kommen und uns von ihm helfen lassen. Er ist immer für uns da. Wir können jeder Zeit zu ihm kommen und ihm unser Leid und auch unsere Zweifel bringen. Auch wer als Teil einer Familie eines Suchtkranken leidet und dadurch bis an den Rand der Verzweiflung getrieben wird, kann Hilfe finden. Gott sind auch keine Grenzen gesetzt.

Jetzt wird sich so mancher fragen, warum Gott dann Krisen überhaupt zulässt, wenn er sie doch verhindern könnte. Die Antwort darauf ist, dass wir als Menschen oft erst durch Krisen begreifen, was wichtig für unser Leben ist. Krisen können wichtig in unserem Leben sein – auch wenn wir sie als unangenehme Zeiten unseres Lebens empfinden. Vieles, was Gott uns schenken und wozu er uns befähigen möchte, können wir erst durch Zeiten der Krise von ihm erhalten. Deshalb spricht die Bibel auch immer wieder davon, dass wir uns Gott zuwenden sollen, ehe wir durch Krisen in unserem Leben dazu gezwungen werden. Niemand von uns muss zuerst in eine Krise geraten, um mehr von seinem Leben zu erkennen, er kann sich dieses Erkennen auch in Zeiten der Stille von Gott schenken lassen. Das ist der Weg, den Gott sich für jeden von uns wünscht. Es liegt nur an uns, ob wir ihn gehen und auch Gott hören wollen. Eine Bibel, Zeiten der Stille und das Gebet zu Gott, unserem Schöpfer, sind der Weg dazu.

Näheres dazu hören Sie in der Sendereihe „ERF Thema des Monats“ - im November unter der Überschrift: „Angst überwinden – Krisen als Chance nutzen“. Vertiefende Literatur rund um die aktuellen Fragen unserer Gesellschaft finden Sie im Buchshop der ERF Buchhandlung "Buchgalerie", online unter www.buchgalerie.com

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