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21.06.2023

Gott kommt nach unten

Die Propheten des Alten Testaments haben sich immer ein bisschen darüber lustig gemacht. Jesaja zum Beispiel (Jesaja 40, 20): Der Mensch „wählt ein Holz, das nicht fault, und sucht einen klugen Meister dazu, ein Bild zu fertigen, das nicht wackelt.“

Nein, ein Gott, der diesen Namen wirklich verdient, lässt sich nicht herabhängen in irdische Abbilder. Gott bleibt auf ewig unverfügbar, wenn er denn Gott ist.

Es sei denn, er macht sich selber verfügbar. Und genau von diesem Gott erzählt die Bibel.

Er selber sagt: „Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen“ (Jesaja 57, 15).

Menschen strecken sich und erreichen Gott nicht. Aber Gott beugt sich und erreicht seine Menschen.

Wir können zu Gott kommen, weil er zu uns kommt. Wir können ihn mit unseren Gebeten erreichen, weil er sein Ohr ganz nahe an unseren Mund legt. Sein Ohr und sein Herz. Er hat es schon damals getan zur Zeit des Alten Testaments, und er hat es unüberbietbar eindrücklich getan, indem er in Jesus Christus selbst zu den Menschen gekommen ist. Den Zerschlagenen ist er ganz nahe gekommen, indem er sich selbst hat zerschlagen lassen. Die Demütigen hat er geehrt, indem er sich selbst auf unnachahmliche Weise gedemütigt hat.

Damals, ja. Aber auch heute. Das ist die Hoffnungsperspektive für alle, die sich zerschlagen fühlen: Denen ist er nah. Ganz nah. Denen gibt er Kraft, denen macht er Mut.

Viele haben das erfahren. Dietrich Bonhoeffer ist einer von ihnen. Vor 78 Jahren wurde er von den Nazis ermordet. In der Haft hat er das folgende Gebet aufgeschrieben:

„In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht
ich bin einsam, aber du verläßt mich nicht
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe
ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld
ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weißt den rechten Weg für mich.“

Jürgen Werth

 

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