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25.10.2023

Zweimal Advent

Und Gott? Hält sich nicht raus. Macht sich auf. Immer neu. Kommt in unsere Friedlosigkeiten und Heillosigkeiten. Kommt zu denen, die weder ihn noch ihre Mitmenschen achten und ehren und lieben. Ausgerechnet! Und er kommt immer wieder. An jedem Weihnachtsabend wollen wir uns und einander neu daran erinnern.

Er kommt im Bauch einer jungen Frau, wird geboren wie jedes gewöhnliche Geschöpf, tut seinen ersten Schrei in einer Krippe, aus der das Vieh frisst, lässt sich von heruntergekommenen Hirten und heidnischen Sterndeutern willkommen heißen und muss schon bald mit seinen Eltern fliehen, weil ein machtbesessener König vor ihm, dem Kind im Stall, Angst hat. Zu Recht: Denn der kleine Jesus ist größer als der große Herodes. Zu Unrecht: Denn Jesus ist der Friedefürst, und sein Königreich ist nicht von dieser Welt, es ist das Königreich der Himmel, das Reich Gottes, in dem nicht Gewalt und Unterdrückung sondern Liebe und Barmherzigkeit regieren.

Gott kommt klein und leise. Er lässt sich herab in unsere Dunkelheit, um uns hinauf zu ziehen in sein Licht. Er kommt so weit nach unten, dass man sich bücken muss um ihn zu finden. Gott gibt sich in die Hände der Menschen, damit niemand mehr sagen kann: Du bist zu weit weg! Er macht sich klein, damit niemand mehr sagen kann: Du bist mir zu groß! Er macht sich verletzlich und angreifbar, damit niemand mehr sagen kann: Du bist mir zu furchterregend! Der Schöpfer kommt als hilfsbedürftiges Geschöpf in seine Schöpfung und hat himmlischen Frieden im Gepäck.

Weihnachten war. Weihnachten ist. Weihnachten kommt. Ja, es wird noch ein zweites Weihnachten geben, ganz anders als das erste. Jesus wird noch einmal kommen, aber nicht als hilfloses Kind sondern als mächtiger Weltenrichter, nicht klein und unscheinbar sondern unübersehbar für alle, voller Licht und Glanz und Leben. Aber er ist auch dann immer noch der, der sich in die Krippe und aufs Kreuz hat legen lassen, um uns mit Gott und dem Leben und uns selbst zu versöhnen. Der, der gekommen ist, wird wieder kommen.

Dann hat der Schrecken keine Chance mehr auf dem Erdkreis, das Böse muss für immer die Waffen strecken und Gewaltherrscher und Despoten müssen winselnd abtreten. „Die Herren dieser Welt gehen, unser Herr kommt,“ hat Gustav Heinemann einmal gesagt. Und die Welt wird still stehn und still halten.

Jürgen Werth

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