20.06.2022

Wie hat Gott sich das mit Mann und Frau gedacht?

Inzwischen ist vieles wissenschaftlich bestätigt. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau reichen sogar noch viel weiter. Von Hirnarealen, die für kognitive Funktionen zuständig sind, bis hin zu antisozialem Verhalten, das bei Männern wesentlich häufiger auftritt als bei Frauen. Bleibt also die Frage, wie Männer mit Frauen und Frauen mit Männern am besten auskommen können.

Die häufigste Klage der Frauen über ihre Männer lautet: „Du hörst mir ja gar nicht richtig zu.“ Männer hören sehr oft aber tatsächlich zu, allerdings anders als Frauen. Denn während eine Frau vielleicht über ihre Probleme sprechen möchte, suchen Männer die Lösung, die sie gleich darauf präsentieren. Ihre Frau möchte vielleicht aber nur darüber sprechen. Die häufigste Klage der Männer über Frauen ist, dass Frauen sie ständig verändern möchten. Er fühlt sich bevormundet und möchte eigentlich nur geliebt, akzeptiert und respektiert werden.

Wie damit umgehen?

Heute ist ein Mann nicht mehr allein der Ernährer der Familie und trifft deshalb auch nicht mehr Entscheidungen allein. Das bringt naturgemäß Probleme mit sich. Wenn Männer sich bemühen, es allen recht zu machen und dabei immer mehr von ihrem Profil verlieren, stößt das Frauen ab, weil sie einen ganzen Mann möchten und keinen, der es nur allen recht machen will.
Die Feministin Debora Laake schreibt: „Vor 10 Jahren beklagten wir uns bitter darüber, wie alle Männer diesen Tick haben, dass sie hart und stark sein müssen und nicht weinen dürfen. Jetzt haben wir sie davon befreit. Wir wollten die sexuellen Rollenklischees zerstören, also haben wir sie zerstört, und jetzt? Jetzt sind wir auch nicht zufrieden.“ Wenn eine moderne Frau berufstätig ist, muss sie hart daran arbeiten, im Wettbewerb zu bestehen. Wie soll sie da noch gleichzeitig eine liebevolle Ehefrau und Mutter sein? Das ist das Dilemma, das sowohl bei Männern als auch bei Frauen oft zu großer Unsicherheit führt.

Ein Profil, das zu uns passt

Im Alten Testament der Bibel heißt es von dem berühmten König David: „Er war ein Mann nach dem Herzen Gottes.“ Wie aber wird man zu einem Mann oder einer Frau nach dem Herzen Gottes? Dazu heißt es im 1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 27: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde. Als Mann und Frau schuf er sie.“ Wir wissen, was dann geschah. Als Adam Eva zum ersten Mal sah, rief voller Begeisterung aus: „Das ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch“ (1. Mose 2,23). Im hebräischen Urtext steht hier ein Wortspiel, in dem die Einheit von Mann und Frau noch deutlicher zum Ausdruck kommt. Mann und Frau sind gleichberechtigt und bilden eine Einheit. Im hebräischen Urtext steht: „...und schuf sie als sachar und nekebah.“ Das heißt, hier werden zwei ganz verschiedene Begriffe benutzt, die sowohl vom Klang als auch vom Schriftbild her weit auseinanderliegen. Daran wird deutlich: Mann und Frau sind beide Ebenbilder Gottes, aber sie sind sehr verschieden und zwar nicht nur biologisch, sondern in allen Bereichen.

Die Unterschiedlichkeit geht viel tiefer. Sie hat sich nicht einfach so ergeben, wie viele glauben. Sie ist auch nicht das Ergebnis von Erziehung oder Tradition, sondern entspricht dem Schöpfungswillen Gottes. Gott hat sich uns Menschen als Mann und Frau gedacht. Deshalb besteht unsere Aufgabe jetzt darin, herauszufinden, was der Sinn dahinter ist. Gottes Plan ist es jedenfalls, dass wir als Männer und als Frauen leben, so als würde er Männern zurufen: „Lebt das, was ihr seid: Seid Männer. Hört auf, ständig ziellos umherzutreiben. Glaubt nicht alles, was man euch über die neue Männlichkeit, den modernen oder den weichen Mann erzählt. Fangt an, wieder so zu leben, wie Gott sich das für euch vorstellt.“

Merkmale echter Männlichkeit

Ein richtiger Mann ist Mann genug, um zugeben zu können, dass er Gott braucht. Deshalb setzt er alles daran, eine tiefe und echte Beziehung zu Gott aufzubauen, zu pflegen und zu vertiefen. Gott selbst sehnt sich danach, mit uns in einer Vater-Sohn-Beziehung zu leben. Eine Beziehung, die von Wärme, Liebe, Disziplin und Annahme geprägt ist.

Ein Mann „nach dem Herzen Gottes“ ist also zuerst einmal ein Mann, der in einer tiefen Verbindung mit seinem himmlischen Vater lebt. Auch in der tiefsten menschlichen Beziehung bleibt immer noch ein Stück Einsamkeit zurück. Diese zu überwinden, ist letztlich gar nicht möglich. Das wird es erst bei Gott im Himmel geben. Wenn wir allerdings Jesus Christus vertrauen und glauben, wird diese Einsamkeit aufgehoben sein, weil die Gemeinschaft mit Gott uns ganz erfüllen wird.

Wir leben heute in einer Welt des Wohlstandes mit vielen Freizeitangeboten und technischen Kommunikationsmöglichkeiten, wie es sie noch zu keiner anderen Zeit gab. Dennoch reden Menschen aneinander vorbei, vor allem in den Ehen. Die Folge sind Trennungen, ältere Menschen, die abgeschoben werden, was oft zu großem Elend und bitterer Einsamkeit führt. Deshalb ist es wichtig und gut, wenn wir uns mit diesem Thema auseinandersetzen und etwas dagegen tun, sei es für uns selbst oder auch für andere. Denn nur wenn wir die Zusammenhänge begreifen, werden wir zu gegebener Zeit dann auch imstande sein, etwas daran zu ändern, ehe wir selbst in der Falle der Einsamkeit stecken und gar nichts ändern können.

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